Natürlich spielt die Größe eine bedeutende Rolle. Man geht mit einem kleinen Hund ganz anders um als mit einem großen.
Der kleine wird immer näher an seinen Menschen leben, als ein großer. Der kleine geht überall hin mit. Er ist überall gern
gesehen. Man hat ihn bei Gefahr schnell auf dem Arm. Die Nähe zum Menschen und dem Tagesgeschehen erweitern
den Horizont des Hundes, fördern seinen intellekt. Ein Tier, das man hautnah bei sich hat, pflegt man viel intensiver. Man hat den ganzen körper ständig in der Hand, fühlt und krault.
Dieser Sozialkontakt bindet. Ich hatte immer große Hunde und kaum Verständnis für die "Affenliebe" der Kleinhundebesitzer. Heute sehe ich das ganz anders und wünschte vielen Menschen, die mit ihren großen
Hunden Probleme haben, sie würden sich auf einen Kleinhund beschränken! Ich erinnere mich nicht, jemals einen Dackel gesehen zu haben, den ich bedauern müsste, weil er verständnislos behandelt und dann dafür noch gestraft wurde. Vielmehr sehe ich sehr viele selbstzufriedene Teckel vor ihrem glücklichen persönlichen Sklaven hertrabend spazieren gehen. Jetzt sträumt sich jedem Hundeverhaltenskenner das Nackenfell o.k. - wäre dieser Hund 50 Zentimeter größer, würde ich mir Gedanken machen. Nicht
aber beim Dackel. Er genießt diese Rolle und versteht es sehr gut, mit seinem Menschen so umzugehen, dass es ihm zum Vorteil ereicht. Er hütet sich, ihn wütend zu machen. Nicht aber beim Dackel. Er genießt diese Rolle und versteht es sehr gut, mit seinem Menschen so umzugehen, dass es ihm zum Vorteil gereicht. Er hütet sich, ihn würded zu machen, und schon sind alle rundum zufrieden. Was will man mehr? Er ist eine liebenswürdige Dominanz, die der kleine Racker ausstrahlt und die den Dackelbesitzer immer wieder zum Lachen bringt.
Einen Dackel zu tadeln (man sollte
Hunde überhaupt nicht strafen) ist schier unmöglich. Er erkennt die Situation sofort und wirft sich auf den Rücken, strampelt
mit allen Vieren in die Luft, schreit wie am Spieß und erreicht sofort die Beschwichtigung. Hat er gelernt, dass das todsicher
hilft, wendet er die Taktik auch bei jeder anderen Gelegenheit an, wenn er etwas nicht möchte oder einfach nur unsicher ist.
Bauch zeigen führt immer zum Ziel, und da der Dackelbesitzer die Aussichtslosigkeit kennt, den Dackel zu etwas zu bewegen, das er nicht will, zieht der Dackel quietschvergnügt als Sieger davon. Sie sind einfach zu süß!
Ausnahmen bestätigen die Regel, aber gute Erziehungsvorsätze sind meist vergebens. Doch der kluge Dackel ist nicht dumm, schließlich bringt es auch Leckerchen oder Spiel, wenn man was richtig macht, deshalb lernt der Dackel schnell und gerne alles, was ihm nutzt und nicht weh tut. Meisterhaft beherrscht er das Männchenmachen, das immer zum Ziel führt. Wunderbar mit Dackeln kommen Menschen mit einer natürlichen Autorität aus, der Dackel legt sich nämlich nicht mit ihnen an, sondern akzeptiert und spielt das Spiel "gehorsamer Hund" mit, wenn er sieht, das er mit all seinen Maschen nicht zum Zuge kommt. Das kommt den in Hundeausbildung geschulten Jägern zugute, deren Dackel vorbildlich gehorchen.
Wer allerdings glaubt mit Hundeschule und herkömmlichen Methoden den Dackel zum Gehorsam zu erziehen, gar in Unterordnungsübungen zu drillen, der sollte sich besser nach einem anderen Hund umsehen.
Jagdhunde wurden ständig untereinander gekreuzt, um Eigenschaften zu ergänzen oder zu verbessern. Wohlhabende Großgrundbesitzer oder Adelige mit eigener Jagd züchteten zwar nach deren persöhnlichen Vorlieben eigene, gut erkennbare Typen, aus denen sich später Rassen entwickelten, aber die Rassehundezucht selbst, das Züchten nach einem Standart für äußere Merkmale ist relativ neu und begann in England Mitte des 19. Jahrhunderts. Als einer der ersten und typisch Deutsch im Ausland mit dem Namen "Fritz" oder "Deutsche Wurst" benannten Hunde war der Kurzhaarteckel. Er wurde schnell zum Modehund und nicht selten zur Witzfigur, ähnlich dem Mops, aber immer liebenswert dargestellt. Der Langhaarteckel war eine Ausnahmeerscheinung und ist auf die Kreuzung mit langhaarigen Stöberhunden, dem deutschen Wachtel etwa, zurückzuführen und wurde von einigen wenigen Liebhabern unter den Jägern gepflegt. Er wurde nach dem Kriege, als die Not so weit vorbei war und sich die Menschen wieder den schönen Dingen des Lebens zuwenden konnten, zum Modehund. Er wurde in den siebziger Jahren vom Rauhhaarteckel abgelöst, der sowohl in Jägerhand als auch bei Hundefreunden eine kometenhafte Karriere startete. Kein Wunder, denn die putzig frechen Kerlchen amüsierten. Die sind auch züchterisch das jüngste Mitglied der Teckelfamilie und entstammen der Kreuzung des kurzhaarigen Teckels mit Zwergschnauzern und Terriern, insbesondere dem Dandie Dinmont Terrier. Die Spuren sind heute noch in den bei Nichtjägern so beliebten wuscheligen Typen zu finden. Der ideale Rauhaarteckel hat eine knappe, ziemlich glatte Decke derben Fells und zeigt den typischen Bart. Es fallen auch heute noch öfter glatthaarige Welpen in Rauhaarwürfen. Das Rauhaar ist natürlich für den Jagdgebrauch ideal. Der Kurzhaar ist verletzlicher und weniger witterungsrobust, der Langhaar pflegeaufwendiger. Dazu kommt, dass der Schuss Terrierblut dem Rauhhaarteckel noch etwas mehr Schärfe an Fuchs und Dachs einbringt. Der Rauhhaarteckel ist demnach auch im Charakter der eigenwilligste und dominanteste von allen, der eine konsequente und starke Führung braucht, während der Langhaar unter Teckelfreunden als Sensibelchen gilt. Nicht nur, dass sein Werdegang eine anderer sit, sondern er wird nun schon seit vielen Generationen ausschließlich als Begleithund gezüchtet. Der Kurzhaar ist als Urdackel weder so eingensinnig und agil wie der Rauhhaar, aber auch nicht so weich wie der Langhaar und deshalb der unkomplizierteste von allen, was sich in seiner wachsenden Beliebtheit, nun da seine Vergangenheit als "Witzfigur" vergessen ist, zeigt. In meinen Augen ist der Kurzhaar ein sehr edles, schönes Geschöpf mit formvollendetem Kopf und offenem, freundlichem Gesichtsausdruck. Der Langhaar ist nicht minder edel und zeigt deutlich mehr Zurückhaltung Femden gegenüber. Er ist umso hingbebungsvoller zu seinen Menschen und braucht wirklich engen Kontakt, ein Hund zum Verwöhnen!
Reizvoll sind auch die vielen Farben - praktisch alles ist erlaubt - und die Größten. So findet jeder, der sich bei den kleineren Hunden umsieht, in der Teckelfamilie den richtigen Partner - vom winzigen Kaninchenteckel, der vom Brustumfang her (der Teckel wird nicht nach Schulterhöhe gemessen) in einen Kaninchenbau einschlüpfen kann - über den Zerg bis hin zum Standardteckel, der schon ordentlich Substanz haben kann und eher ein mittelgroßer Hund auf kurzen Beinen ist.
Nur einen Wermutstropfen gibt es - die Dackellähme, eine Veränderung der Wirbelsäule, die zur Lähmung führt. Früher hat man operiert, heute behandelt man lieber mit homöopathischen Mitteln, Wärme und Ruhe mit gutem Erfolg. Wegen der Gefahr der Dackellähme werden die Hunde häufig geschont, sollen keine Treppen steigen usw., aber das bringt nach der Erfahrung von Züchtern das Risiko, dass die benötigte Muskulatur unterentwickelt ist und man damit die Dackellähme eher fördert. Auch kommt sie familienbedingt häufiger vor, die Veranlagung dazu ist erblich. Es lohnt sich also, vor dem Kauf eines Teckels sich mit dieser Thematik sorgfälltig auseinander zu setzen.
"Rheinisch-Westfälischen Dachsbracken" und die "Alpine Dachsbracke" auf. Es wurden Standards erstellt und somit zwei Landschläge bewahrt. Auch diese Bracken gehörten zum ländlichen Leben und waren stets eng mit den Familien verbunden. Sie sind deshalb sehr angenehme Begleiter für den Freizeitjäger, dessen Hund die meiste Zeit in der Familie verbringt und dennoch ein passionierter Jagdgefährte im Revier ist. Leider sind die Eintragungsziffern stark zurückgegangen und liegen nun bei rund 50 Welpen im Jahr. Die Zukunft der westfälischen Dachsbracke ist ungewiss, denn mit einem oder zwei Würfen im Jahr kann keine Rasse existieren. Da diese Hunde nur an Menschen mit jagtlichem Interesse abgegeben werden und man keine Interesse an eienr Zucht als Familienbegleithunde hat, ist eine weitere Verbreitung dieser uralten und schönen Jagdhunde eher unwahrscheinlich. Leider in Deutschland gänzlich unbekannt ist der schwedische Drever. Schon vor dem Ersten Weltkrieg wurden Westfälische Dachsbracken nach Schweden exportiert und dort rein weiter gezüchtet. In Dänemark kreuzte man die Westfalen mit Schweizer Laufhunden, das Ergebnis kommt heute noch in Form des Strelluf-Stövare vor. Die Schweden nutzten diese Hunde zur Blutauffrischung und schufen so ihre eigene niederläufige Bracke - den Drever - zu Deutsch Jäger. Sie ist fast identisch mit der westfälischen Dachsbracke und wurde zur Blutauffrischung einiger deutschen Zuchten genutzt. In Schweden ist der Drever ein sehr beliebter Jagdhund, aber auch Begleithund, der schwedische Dackel sozusagen. Wälderdackel und Dachsbracken sind noch reine Jagdgebrauchshunde, die, wenn sie ihre Aufgabe erfüllen können, angenehme und pflegeleichte, zärtliche Hausgenossen sind. Das wäre schade, wenn sie ganz in Vergessenheit gerieten. Die Alpenländische Dachsbracke hat eine Schulterhöhe zwischen 34 und 42 Zentimeter, die Fellfarbe ist hirschrot, dunkelhirschrot, schwarz mit rostrotem Brand; die Westfälische Dachsbracke hat eine Schulterhöhe von 30 bis 38 Zentimeter, Farbe rot bis gelb mit schwarzem Sattel; Fang, Halsring, Brust, Läufe und Rutenspitze weiß. Idealmaß des Drevers sind 35 Zentimenter für Rüden und 33 Zentimeter für Hündinnen. Erlaubt sind alle Farben außer ganz weiß und leberfarben.
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