Teckel

Der Dackel und seine Verwandten

Um die Jahrhundertwende war der Kurzhaardackel, nach dem Zweiten Weltkrieg der Langhaardackel und im Zuge des Hundebooms in der Wohlstandsgesellschaft der Rauhaardackel, der des Deutschen Herz erfreute. Er steht seit Jahrzehnten ganz oben in der Hitliste der Rassehunde, überflügelt nur vom Deutschen Schäferhund. Und angesichts der unsinnigen Hundeverordnungen und - gesetze steht dem Dackel eine neue Blütezeit bevor.

Waren Kurz- und Langhaar gänzlich aus dem Straßenbild verschwunden, sieht man sie heute glücklicherweise wieder öfter. Ich prophezeie ihnen einen glänzende Zukunft auch für die nächsten 100 Jahre. Warum? Dackel sind Lebenskünstler, Herzensdiebe, hervorragende Psychologen und grenzenlose Optimisten. Intelligent und mit erstaunlicher Beobachtungsgabe ausgestattet, entgeht ihnen nichts, was in und um ihre Menschen vorgeht. Dem Dackel kann man nichts vormachen, aber er versteht es ausgezeichnet, seine große schauspielerische Begabung zielstrebig zu seinem persönlichen Vorteil einzusetzen. Deshalb gibt es Menschen, die könnten nie mit einem Dackel leben und solche, die nicht ohne Dackel können. Wer allerdings einmal ins Dackelglück gelangt, wird immer zu den Letzteren gehören.


Was macht die Dackel so besonders unter den Hunden?

Natürlich spielt die Größe eine bedeutende Rolle. Man geht mit einem kleinen Hund ganz anders um als mit einem großen. Der kleine wird immer näher an seinen Menschen leben, als ein großer. Der kleine geht überall hin mit. Er ist überall gern gesehen. Man hat ihn bei Gefahr schnell auf dem Arm. Die Nähe zum Menschen und dem Tagesgeschehen erweitern Dana den Horizont des Hundes, fördern seinen intellekt. Ein Tier, das man hautnah bei sich hat, pflegt man viel intensiver. Man hat den ganzen körper ständig in der Hand, fühlt und krault. Dieser Sozialkontakt bindet. Ich hatte immer große Hunde und kaum Verständnis für die "Affenliebe" der Kleinhundebesitzer. Heute sehe ich das ganz anders und wünschte vielen Menschen, die mit ihren großen Hunden Probleme haben, sie würden sich auf einen Kleinhund beschränken! Ich erinnere mich nicht, jemals einen Dackel gesehen zu haben, den ich bedauern müsste, weil er verständnislos behandelt und dann dafür noch gestraft wurde. Vielmehr sehe ich sehr viele selbstzufriedene Teckel vor ihrem glücklichen persönlichen Sklaven hertrabend spazieren gehen. Jetzt sträumt sich jedem Hundeverhaltenskenner das Nackenfell o.k. - wäre dieser Hund 50 Zentimeter größer, würde ich mir Gedanken machen. Nicht aber beim Dackel. Er genießt diese Rolle und versteht es sehr gut, mit seinem Menschen so umzugehen, dass es ihm zum Vorteil ereicht. Er hütet sich, ihn wütend zu machen. Nicht aber beim Dackel. Er genießt diese Rolle und versteht es sehr gut, mit seinem Menschen so umzugehen, dass es ihm zum Vorteil gereicht. Er hütet sich, ihn würded zu machen, und schon sind alle rundum zufrieden. Was will man mehr? Er ist eine liebenswürdige Dominanz, die der kleine Racker ausstrahlt und die den Dackelbesitzer immer wieder zum Lachen bringt. Einen Dackel zu tadeln (man sollte Hunde überhaupt nicht strafen) ist schier unmöglich. Er erkennt die Situation sofort und wirft sich auf den Rücken, strampelt mit allen Vieren in die Luft, schreit wie am Spieß und erreicht sofort die Beschwichtigung. Hat er gelernt, dass das todsicher hilft, wendet er die Taktik auch bei jeder anderen Gelegenheit an, wenn er etwas nicht möchte oder einfach nur unsicher ist. Bauch zeigen führt immer zum Ziel, und da der Dackelbesitzer die Aussichtslosigkeit kennt, den Dackel zu etwas zu bewegen, das er nicht will, zieht der Dackel quietschvergnügt als Sieger davon. Sie sind einfach zu süß! Ausnahmen bestätigen die Regel, aber gute Erziehungsvorsätze sind meist vergebens. Doch der kluge Dackel ist nicht dumm, schließlich bringt es auch Leckerchen oder Spiel, wenn man was richtig macht, deshalb lernt der Dackel schnell und gerne alles, was ihm nutzt und nicht weh tut. Meisterhaft beherrscht er das Männchenmachen, das immer zum Ziel führt. Wunderbar mit Dackeln kommen Menschen mit einer natürlichen Autorität aus, der Dackel legt sich nämlich nicht mit ihnen an, sondern akzeptiert und spielt das Spiel "gehorsamer Hund" mit, wenn er sieht, das er mit all seinen Maschen nicht zum Zuge kommt. Das kommt den in Hundeausbildung geschulten Jägern zugute, deren Dackel vorbildlich gehorchen. Wer allerdings glaubt mit Hundeschule und herkömmlichen Methoden den Dackel zum Gehorsam zu erziehen, gar in Unterordnungsübungen zu drillen, der sollte sich besser nach einem anderen Hund umsehen.

Dackel sind Einzeljäger

Dieser typische Dackelcharakter kommt micht von ungefähr. Der Dackel ist ein Hund mit dem gesamten Verhaltensrepertoire des Rudeltieres Hund. Aber in seiner Aufgabe ist er ein Einzeljäger. In der Fuchsröhre und im Dachsbau ist nur Platz für einen Hund. Dort unten ist er ganz auf sich allein gestellt. Da gibt es keine Kooperation mit Rudelgenossen. Für ihn heißt es nur: Auf in den Kampf! Das erfordert eine dominante, selbstständige Persönlichkeit, denn nur diese bringt den Mut und den Schneid auf, sich einem so gefährlichen Gegner zu stellen. Er muss sich lösen können und unabhänging vom Kommando des Menschen vor Ort blitzschnell entscheiden, wie weit er gegen kann, was in diesem Augenblick zu tun ist, ohne das Leben zu riskieren und trotzdem den Feind zu vertreiben. Er soll tunlichst nicht mit ihm unter der Erde kämpfen, aber nicht jeder lässt sich so leicht aus seinem Bau vertreiben. Der kleine Dachshund hatte eher eine Chance, im Hause des Jägers zu leben , als der große Vorstehhund im Zwinger. Die Menschenbezogenheit wurde immer gefördert. Der Rauhhaardackel zählt heute zu den beliebtesten Jagdgebrauchshunden, keine Jagd ohne ihn, aber die meisten sind Haus- und Familienhunde, insbesondere die Kurz- und Langhaarteckel. Der Kurzhaar ist die ursprüngliche Form der alten Dachsbracke. Der Rauhaar entstand durch Einkreuzung von Terriern.

Vom Urdackel zum Familienhund

Schon im Mittelalter wird der "Tachskriecher", ein kurzhaariger kurzbeiniger Jagdhund dargestellt, der wie sein Name schon sagt, für die Arbeit unter der Erde verwendet wurde. Er ist eine typische Bracke, wie sie schon in der Antike beliebt war, aber auf kurzen Beinen. Die Erbanlage für Knochenverkürzung kommt beim Hund generell nicht selten vor und wurde dort, wo sie nützte, züchterisch gefördert. Wir kennen sie bei den kurzbeinigen Schäferhunden wie dem Westgotenspitz und dem Welsh Gorgi ebenso wie bei den Laufhunden Frankreichs und der Schweiz wie bei Begleithunden zum Beispiel Pekingese. Jagdhundezucht war und ist Gebrauchszucht. Die Hunde wandelten sich im Laufe der Zeit entsprechend der Anforderugen, sei es durch sich verändernde Landschaftsformen - Wald im Ackerland - Stöberhund zum Vorstehhund - sei es durch die Jagtmethoden oder Waffen oder Jagdwild. Dana Jagdhunde wurden ständig untereinander gekreuzt, um Eigenschaften zu ergänzen oder zu verbessern. Wohlhabende Großgrundbesitzer oder Adelige mit eigener Jagd züchteten zwar nach deren persöhnlichen Vorlieben eigene, gut erkennbare Typen, aus denen sich später Rassen entwickelten, aber die Rassehundezucht selbst, das Züchten nach einem Standart für äußere Merkmale ist relativ neu und begann in England Mitte des 19. Jahrhunderts. Als einer der ersten und typisch Deutsch im Ausland mit dem Namen "Fritz" oder "Deutsche Wurst" benannten Hunde war der Kurzhaarteckel. Er wurde schnell zum Modehund und nicht selten zur Witzfigur, ähnlich dem Mops, aber immer liebenswert dargestellt. Der Langhaarteckel war eine Ausnahmeerscheinung und ist auf die Kreuzung mit langhaarigen Stöberhunden, dem deutschen Wachtel etwa, zurückzuführen und wurde von einigen wenigen Liebhabern unter den Jägern gepflegt. Er wurde nach dem Kriege, als die Not so weit vorbei war und sich die Menschen wieder den schönen Dingen des Lebens zuwenden konnten, zum Modehund. Er wurde in den siebziger Jahren vom Rauhhaarteckel abgelöst, der sowohl in Jägerhand als auch bei Hundefreunden eine kometenhafte Karriere startete. Kein Wunder, denn die putzig frechen Kerlchen amüsierten. Die sind auch züchterisch das jüngste Mitglied der Teckelfamilie und entstammen der Kreuzung des kurzhaarigen Teckels mit Zwergschnauzern und Terriern, insbesondere dem Dandie Dinmont Terrier. Die Spuren sind heute noch in den bei Nichtjägern so beliebten wuscheligen Typen zu finden. Der ideale Rauhaarteckel hat eine knappe, ziemlich glatte Decke derben Fells und zeigt den typischen Bart. Es fallen auch heute noch öfter glatthaarige Welpen in Rauhaarwürfen. Das Rauhaar ist natürlich für den Jagdgebrauch ideal. Der Kurzhaar ist verletzlicher und weniger witterungsrobust, der Langhaar pflegeaufwendiger. Dazu kommt, dass der Schuss Terrierblut dem Rauhhaarteckel noch etwas mehr Schärfe an Fuchs und Dachs einbringt. Der Rauhhaarteckel ist demnach auch im Charakter der eigenwilligste und dominanteste von allen, der eine konsequente und starke Führung braucht, während der Langhaar unter Teckelfreunden als Sensibelchen gilt. Nicht nur, dass sein Werdegang eine anderer sit, sondern er wird nun schon seit vielen Generationen ausschließlich als Begleithund gezüchtet. Der Kurzhaar ist als Urdackel weder so eingensinnig und agil wie der Rauhhaar, aber auch nicht so weich wie der Langhaar und deshalb der unkomplizierteste von allen, was sich in seiner wachsenden Beliebtheit, nun da seine Vergangenheit als "Witzfigur" vergessen ist, zeigt. In meinen Augen ist der Kurzhaar ein sehr edles, schönes Geschöpf mit formvollendetem Kopf und offenem, freundlichem Gesichtsausdruck. Der Langhaar ist nicht minder edel und zeigt deutlich mehr Zurückhaltung Femden gegenüber. Er ist umso hingbebungsvoller zu seinen Menschen und braucht wirklich engen Kontakt, ein Hund zum Verwöhnen! Reizvoll sind auch die vielen Farben - praktisch alles ist erlaubt - und die Größten. So findet jeder, der sich bei den kleineren Hunden umsieht, in der Teckelfamilie den richtigen Partner - vom winzigen Kaninchenteckel, der vom Brustumfang her (der Teckel wird nicht nach Schulterhöhe gemessen) in einen Kaninchenbau einschlüpfen kann - über den Zerg bis hin zum Standardteckel, der schon ordentlich Substanz haben kann und eher ein mittelgroßer Hund auf kurzen Beinen ist. Nur einen Wermutstropfen gibt es - die Dackellähme, eine Veränderung der Wirbelsäule, die zur Lähmung führt. Früher hat man operiert, heute behandelt man lieber mit homöopathischen Mitteln, Wärme und Ruhe mit gutem Erfolg. Wegen der Gefahr der Dackellähme werden die Hunde häufig geschont, sollen keine Treppen steigen usw., aber das bringt nach der Erfahrung von Züchtern das Risiko, dass die benötigte Muskulatur unterentwickelt ist und man damit die Dackellähme eher fördert. Auch kommt sie familienbedingt häufiger vor, die Veranlagung dazu ist erblich. Es lohnt sich also, vor dem Kauf eines Teckels sich mit dieser Thematik sorgfälltig auseinander zu setzen.

Urteckel wiederentdeckt

Als die Teckel als Rasse Dachshund erfasst und mit Stammbucheintragung gezüchtet wurden, machten natürlich nicht alle Jäger mit. Wie auch bei den Schäferhunden spielte für den Bauern, der auf eigenem Gelände zu Eigenbedarf jagte, das Aussehen des Hundes und ob er Papiere hatte oder nicht, überhaupt keine Rolle. Er züchtete nach seinem eigenen Gutdünken für seinen Bedarf seine Hof- und Jagdhunde. So bildeten sich Langschläge, die falls sie nicht doch noch als Rasse entdeckt wurden, unbeachtet blieben. Jeder Bauernhof hatte schon immer seine Mixe. Erst später fiel auf, das diese "Mischlinge" eigentlich schon so zu Urgroßvaters Zeiten aussahen und mit großer Sorgfalt gezüchtet wurden. So schlummert noch mancher interessante Hundeschlag - und ist vom Aussterben bedroht. Leider ist das moderne Hundewesen an diesen Hunden nicht interessiert und meint "es gibt eh schon zu viele Rassen!" Hier wird wieder einmal das Kind mit dem Bade ausgeschüttet und wertvolles Kulturgut geht vor die Hunde. Ein Beispiel ist der Wälderdackel. Auf den großen Schwarzwaldhöfen gab es seit ihrer Existenz die dazugehörigen Hunde. Im Wald lebte Wild, und das wurde für den Eigenbedarf genutzt. Man brauchte dazu keine anspruchsvollen großen Hunde, sondern es genügte eine kleine Bracke, die das Wild aufspürte und dem Jäger vor die Flinte trieb. Der Hund lebte in der Familie, diente gleichzeitig als Wächter und Rattenvertilger. Große scharfe Schutzhunde brauchte man in den entlegenen unzugänglichen Regionen nicht, wilde Tiere waren früh ausgerottet, es galt höchstens die Füchse kurz zu halten. Die kleinen Bracken erfreuten sich hoher Wertschätzung, denn man findet auf jedem Bauernhof des Südschwarzwaldes noch alte Familienfotos der Groß- und Urgroßeltern, wo immer auch der Dackel zu Füßen sitzt. Thomas Rist, der sich noch gut an die Hunde seines Großvaters erinnert und diese Fotos sammelt, hat seine Leidenschaft für die Hunde entdeckt als ihm bewusst wurde, dass es sich hier um einen uralten Landschlag handelt. Keine Rassehunde, denn Zweckkreuzungen wurden immer wieder durchgeführt, um jagdliche Eigenschaften zu verbessern, Inzucht zu vermeiden usw. Aber die Hunde mussten bestimmte Merkmale zeigen, wie Größe und Beinlänge, um sich in dem rauen Waldgelände mühelos bewegen zu können, das Fell musste derb, wetterfest und pflegeleicht sein, der ganze Hund widerstadsfähig und gesund. Farbe und weiße Abzeichen an Kopf, Brust, Pfoten und Rutenspitze blieben eher dem persönlichen Geschmack vorbehalten. Thomas Rist war aber schnell bewusst, dass das letzte Stündlein dieser Hunde geschlagen hatte, denn die alten großen Höfe sterben aus. Die Wälder ernähren ihren Mann nicht mehr, die Jugend geht in die Stadt - und kommt mit einem schicken Jagdhund zur Wochenendpirsch zurück... So entschloss er sich, auf den Höfen nach alten Zuchtstämmen zu suchen, ein Bewusstsein für diese Hunde zu wecken und eine kontrollierte Weiterzucht zu betreiben, um diese alten, ursprünglichen Hunde nicht zu verlieren. Als passionierter Jäger ist er von den Hunden begeistert. Sie eignen sich hervorragend als Stöberhunde für die Arbeit im und am Wald, sie zeichnen sich durch ungemein zuverlässigen Orientierungssinn aus und sind sehr führerbezogen. Sie verlieren bei ihrer Arbeit nie den Jäger aus den Augen und ziehen nicht selbstständig los. Solche Hunde konnte der Bauer nicht gebrauchen. Die kleinen Hunde durften natürlich mit ins Haus, wenn sie keinen Ärger machten. So wurden gleichzeitig auf einen angenehmen, anpassungsfähigen Begleiter geachtet, der dadurch nichts von seiner schneidigen Jagdpassion verloren hat. Das macht den Wälderdackel heute für viele Freizeitjäger interessant. Allerdings wird größter Wert darauf gelegt, die Hunde nur in Jägerhand abzugeben und gute Exemplare der Weiterzucht zuzuführen. Die Hunde kommen in recht unterschiedlichem Typus vor, aber "Schönheit" ist nicht das Ziel, man wünscht eine einheitlichere Größe und Typ, Jagdgebrauch geht jedoch immer vor. Das Stockmaß liegt zwischen 26 und 40 Zentimeter bei 8 bis 15 Kilogramm.

Alpenländische Dachsbracke, Westfälische Dachsbracke und Drever

Im Gegensatz zum Wälderdackel wurden sie der Rassehundezucht zugeführt und rein weitergezüchtet. Sie stammen, wie der Name sagt, aus unterschiedlichen Regionen, sind sich aber in ihrer Arbeitsweise sehr ähnlich. Wie schon beim Wälderdackel beschrieben, entfernen sie sich nicht zu weit und zu lange vom Jäger, sie halten ständig Kontakt und kommen zurück. Wichtig ist, dass sie beim Jagen bellen, den so genannte Spurlaut ertönen lassen, an dem der Jäger nicht zur erkennt, wo sich sein Hund befindet, sondern wie dicht ihm welches Wild vor der Nase steht. Es sind keine Hunde für die Jagd unter der Erde, sondern typische Bracken, die das Wild aufstöbern und langsam dem Jäger vor die Flinte treiben. Zunächst, wie heute der Wälderdackel von den Jägern verächtlich Bastard genannt, begann seine Reinzucht schon im ausgehenden 19. Jahrhundert. Kurzbeinige Bracken gab es in ganz Deutschland. Sie wurdne von einem "Internationalen Dachsbracken-Klub" betreut, der sich allerdings schon 1908 auflöste. Nun spalteten sich die Lager in die der Dana "Rheinisch-Westfälischen Dachsbracken" und die "Alpine Dachsbracke" auf. Es wurden Standards erstellt und somit zwei Landschläge bewahrt. Auch diese Bracken gehörten zum ländlichen Leben und waren stets eng mit den Familien verbunden. Sie sind deshalb sehr angenehme Begleiter für den Freizeitjäger, dessen Hund die meiste Zeit in der Familie verbringt und dennoch ein passionierter Jagdgefährte im Revier ist. Leider sind die Eintragungsziffern stark zurückgegangen und liegen nun bei rund 50 Welpen im Jahr. Die Zukunft der westfälischen Dachsbracke ist ungewiss, denn mit einem oder zwei Würfen im Jahr kann keine Rasse existieren. Da diese Hunde nur an Menschen mit jagtlichem Interesse abgegeben werden und man keine Interesse an eienr Zucht als Familienbegleithunde hat, ist eine weitere Verbreitung dieser uralten und schönen Jagdhunde eher unwahrscheinlich. Leider in Deutschland gänzlich unbekannt ist der schwedische Drever. Schon vor dem Ersten Weltkrieg wurden Westfälische Dachsbracken nach Schweden exportiert und dort rein weiter gezüchtet. In Dänemark kreuzte man die Westfalen mit Schweizer Laufhunden, das Ergebnis kommt heute noch in Form des Strelluf-Stövare vor. Die Schweden nutzten diese Hunde zur Blutauffrischung und schufen so ihre eigene niederläufige Bracke - den Drever - zu Deutsch Jäger. Sie ist fast identisch mit der westfälischen Dachsbracke und wurde zur Blutauffrischung einiger deutschen Zuchten genutzt. In Schweden ist der Drever ein sehr beliebter Jagdhund, aber auch Begleithund, der schwedische Dackel sozusagen. Wälderdackel und Dachsbracken sind noch reine Jagdgebrauchshunde, die, wenn sie ihre Aufgabe erfüllen können, angenehme und pflegeleichte, zärtliche Hausgenossen sind. Das wäre schade, wenn sie ganz in Vergessenheit gerieten. Die Alpenländische Dachsbracke hat eine Schulterhöhe zwischen 34 und 42 Zentimeter, die Fellfarbe ist hirschrot, dunkelhirschrot, schwarz mit rostrotem Brand; die Westfälische Dachsbracke hat eine Schulterhöhe von 30 bis 38 Zentimeter, Farbe rot bis gelb mit schwarzem Sattel; Fang, Halsring, Brust, Läufe und Rutenspitze weiß. Idealmaß des Drevers sind 35 Zentimenter für Rüden und 33 Zentimeter für Hündinnen. Erlaubt sind alle Farben außer ganz weiß und leberfarben.

Quelle: Das Deutsche Hunde Magazin 8/2002


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